Borreliose: Was, wenn es gar nicht ALS, MS oder Alzheimer ist?

Wir beginnen im neuen Jahr leider mit einem tragischen Bericht:
Am 22.
Dezember vergangenen Jahres starb David A. Geraghty im Alter von 55 Jahren. Seine Symptome wurden 2013 von Ärzten einer ALS zugeordnet. Eine Diagnose, die seine Frau Tara immer wieder bezweifelte. Tara wollte, dass er eingehender auf Lyme-Borreliose untersucht würde, doch die Ärzte bestanden auf ihrer ALS-Diagnose.

 

Dabei gibt es inzwischen eine Fülle medizinisch gut dokumentierter Krankheitsverläufe dieser typischen Fehldiagnosen bei Lyme-Borreliose, doch das focht die Ärzte von David Geraghty offenbar nicht an. Immer noch und viel zu häufig wird die Lyme-Borreliose mit Krankheiten wie Multiple Sklerose, ALS, Schlaganfall, Demenz, Alzheimer u.v.a. verwechselt.

Eine 37-jährige saß aufgrund einer vermeintlichen MS im Rollstuhl. Sie vermutete jedoch Lyme-Borreliose und fand einen Arzt, der sie in den USA mit Antibiotika behandelte, ihr ging es zunehmend besser und schließlich ergab ein Borreliose-Test, dass die vermeintliche MS eine Borreliose war.

Im US-Bundesstaat Massachusetts wurde eine Frau 2005 ebenfalls mit ALS diagnostiziert. Sie holte sich eine Zweitmeinung und wurde erfolgreich gegen Borreliose behandelt.

Da großangelegte Langzeitstudien fehlen, bleiben Patientenschicksale "anekdotisch", doch die Fülle dieser Anekdoten mit nahezu gleichem Verlauf sind inzwischen Legion.

 

Ärzte sollen gemäß des hippokratischen Eids in erster Linie „nicht schaden“, doch Schaden kommt auch gerne in Gestalt von Fehldiagnosen und unterlassenen/falschen Behandlungen daher. Lyme-Borreliose wird aus häufig niedrigen Beweggründen negiert und bagatellisiert – das alles geschieht so oft, dass US-Kongressabgeordnete sich veranlasst sahen, ein Gesetz einzubringen, das Patienten besser schützen und die Forschung unterstützen soll. Siehe auch: http://www.nysenate.gov/news/times-herald-record-nothing-we-can-do-lyme-disease-costly-treatment-option-denied

 

Liebe Mediziner,
„Wer nichts anzweifelt, prüft nichts. Wer nichts prüft, entdeckt nichts. Wer nichts entdeckt, ist blind und bleibt blind“, wusste schon Pierre Teilhard de Chardin. Sätze, die Patienten so manchem Mediziner gerne ans Herz legen wollen.

 

Zum Thema "Multiple Sklerose und Borreliose" siehe auch:

 

http://www.verschwiegene-epidemie.de/2012/10/multiple-sklerose-ist-borreliose-oder-ebv-infektion/

 

B. Jürschik-Busbach © 2016
 

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Kommentare: 2
  • #1

    Claudia K. (Mittwoch, 13 Januar 2016 20:25)

    Dem Arzt Dr. David Martz wurde ALS diagnostiziert. Als er mit dem Leben schon fast abgeschlossen hatte, behandelte er auf Anraten eines befreundeten Arztes antibiotisch. Und das trotz negativer Tests auf Borreliose. Auf diesem Weg wurde er wieder geheilt! Seine Leidensgeschichte trug er bei der vorletzten ILADS-Tagung in Augsburg vor. Die Fehldiagnose hätte ihn fast das Leben gekostet.

  • #2

    Thomas H. (Donnerstag, 03 März 2016 15:21)

    Diese Kasuistik von Dr. David Martz, vorgetragen von ihm bei der ILADS Tagung 2013 in Augsburg hat mich zutiefst beeindruckt.
    Erstens erweist sich hier klar und deutlich, dass die Testdiagnostik höchst unzuverlässig ist. Eine Fehldiagnose führt ins gesundheitliche und wirtschaftliche Chaos. Und hat man dann nicht noch ein Quenchen Glück, ist das Leben komplett an die Wand gerfahren.
    Dieser Vortrag bleibt mir in großer Erinnerung, da es unter den Zuhörern so ruhig war, dass eine fallende Nadel hörbar gewesen wäre ...
    Zu wünschen ist, dass diese Story beispielhaft bei uns publiziert werden müßte, wahrgenommen von Ärzten, Krankenkassen und politisch Verantwortlichen, um endlich die Infektionserkrankung der Borreliose lernst zu nehmen und sie nicht weiter tot zu schweigen ...
    Wie lange noch ???